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BUCHTIPP
KAB aktuell
Mechthild Hartmann-Schäfers
Upcycling oder die neue Achtsamkeit
Recycling ist den meisten von uns bekannt: Alte Dinge wie Glas, Papier oder Kunststoff werden zur Herstellung neuer Produkte wiederverwertet. Sozusagen eine Form der Müllreduzierung. Beim Recycling zum Beispiel der PET-Flaschen werden diese zunächst gereinigt, in kleine „Flakes“ gehackt, nach Farben sortiert und dann zu Granulat aufbereitet, das bei der Herstellung von weiteren PET-Flaschen dem neuen Kunststoffmaterial beigemischt wird. Es geht also um eine (meist energieaufwendige) Wiederverwertung.

Darum geht es letztendlich auch beim Upcycling. Der Begriff wurde Ende der 90er Jahre „salonfähig“, als die Blue Economy (in Folge der Green Economy) verstärkt öffentlich diskutiert wurde, auch um im Sinne der Nachhaltigkeit mit Ressourcen achtsamer umzugehen. Der aktuelle Trend „Upcycling“ dient der Müllvermeidung, indem alte Produkte, die nicht mehr benötigt werden, Abfall sozusagen, als Ausgangsbasis für die Schaffung neuer Produkte verwendet werden. Diese neuen Produkte gelten als chic, trendy, stylistisch. Sind sozusagen hyper-modern. Dabei reicht die Bandbreite der Upcycling-Palette von Lampen aus Dosen, über Teekannen-Nester für die Vögel bis hin zu sehr teuren Designer-Taschen aus alten LKW-Planen.

Nun könnte man ja durchaus der Ansicht sein, dass solche Modetrends kommen und gehen und eigentlich nichts mit notwendigen neuen (Re-)Formen eines „Guten Wirtschaftens“ zu tun haben - und tatsächlich wurden schon vor 30 Jahren aus alten Jeanshosen neue Taschen und Utensilos genäht und vor 60 Jahren, als es nichts gab, alles irgendwie wiederverwendet - und überhaupt sind Badteppiche aus alten Bettlaken ganz nett, helfen uns aber bei den drängenden Zukunftsfragen nicht weiter.

Tatsächlich aber ist der Trend Upcycling viel mehr als eine neue vorübergehende Mode. Er ist Ausdruck eines neuen und anderen Umgangs mit Dingen. Er verdeutlicht eine neue Achtsamkeit. Achtsamkeit mit der Natur und dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Nicht das Besitzen steht im Mittelpunkt, sondern das schöpferische Umgestalten. Nicht länger gilt „Benutzt, wird nicht mehr gebraucht und weg damit!“. Stattdessen werden Überlegungen angestellt wie mit alten Produkten - vormals Abfall - mit Freude noch kreativ Gutes und Schönes geschaffen werden kann. Upcycling ist auch eine Absage an die Industrie, die immer für neue Produkte wirbt, eine Absage an eine Wirtschaft, die den Konsum noch weiter steigern will.

Upcycling verdeutlicht einen Wertewandel in unserer Gesellschaft und transportiert die Idee eines anderen guten Wirtschaftens. Und das ist gut so!

Mehr dazu in dem im Januar 2015 erscheinenden Arbeits- und Lesebuch „Gut wirtschaften“, herausgegeben von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, der Kettelerhaus der KAB GmbH und der Stiftung ZASS. Zu bestellen zum Preis von 9,00 Euro unter der Artikelnummer 606120 beim Ketteler Verlag
kontakt@ketteler-verlag.de.
ZITAT DES TAGES
Menschen bilden bedeutet nicht
ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen.

Aristophanes
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Das im Rahmen des Projekts "Erfahrung Europa - gemeinsam leben und arbeiten" entstandene und von der Stiftung ZASS veröffentlichte Kochbuch ist ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 8 € erhältlich bei:
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KAB aktuell
VON MECHTHILD HARTMANN-SCHÄFERS l 10.11.2014
KETTELERPREIS 2015
Die Stiftung ZASS
verleiht am 29.11.2015 zum fünften Male den Kettelerpreis.

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